Chronik

Aus dem Bedürfnis einer gesellschaftlichen Zusammenfassung aller Freunde der Tonkunst einerseits und dem Bedürfnis nach einer geeigneten Schulung der Jugend andererseits kam es am 1. Juli 1828 zur Gründung des "Kärntnerischen Musikvereines".

Bereits am 1. August 1828 wurde mit dem Musikunterricht auf Vereinskosten begonnen. Er umfasste Elementarunterricht, Streich- und Blasinstrumente sowie theoretische Fächer. Am 7. Februar 1874 erfolgte eine Neuorganisation des Vereines, sowie Namensänderung in "Musikverein für Kärnten"

1946 beauftragte die Kärntner Landesregierung Prof. Josef Heidegger mit der Reorganisation des Kärntner Musikschulwesens. Unter seiner Oberleitung wurden die ersten Musikschulen, unter anderen auch die Musikschule in Völkermarkt installiert.

Unter der Leitung von Stefanie Gilk (Klavier und Harmonika) wurde ab 1947 in der ehemaligen Bürgerschule mit dem Musikunterricht begonnen. Zusätzlich unterrichteten Marianne Paulini und Johanna Frießnig Zither, Heinrich Oberortner, Waldemar Malisch sowie Josef Aschan Violine, und Leta Arndt Blockflöte.

1954 übersiedelte die Musikschule in die Neue Burg. Von der Stadtgemeinde Völkermarkt wurden dazu zwei winzige Garderobenräume zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr begann auch Karl Schager sen. - unter seiner Leitung wurde das Gebäude Griffnerstraße 15 angekauft - in Völkermarkt zu unterrichten.

Nachdem der Zuspruch zur Musikschule bereits damals schon als sehr rege bezeichnet werden konnte, und daher ein größeres Instrumentenangebot notwendig wurde, mussten von ihm die Fächer, Blockflöte, Klarinette, Akkorden, Violine, sowie Theorie abgedeckt werden.

Neben der Arbeit als Instrumentalpädagoge, Karl Schager war auch gleichzeitig Chorleiter der Stadtpfarrkirche St. Magdalena, leitete er ab dem Jahre 1956 ein Kammerorchester, das zur damaligen Zeit eine Novität darstellte, und sowohl bei weltlichen wie auch kirchlichen Festen in der Stadt ein reges Konzertleben ermöglichte.

Im Jahr 1969 wurde das " Kärntner Landesmusikschulwerk" gegründet und sämtliche Musikschulen des Musikvereines in die Obhut des Landes Kärnten übernommen.  Vertraglich wurde die Stadtgemeinde Völkermarkt als Schulerhalter eingesetzt. Die Leitung der Musikschule wurde Herrn Karl Schager sen. übertragen.

In der Musikschule Völkermarkt waren in diesem Jahr  88  Schüler eingeschrieben.

Bald aber konnte mit den zwei Zimmern in der Neuen Burg kein Auslangen mehr gefunden werden und es musste nach einem neuen Objekt Ausschau gehalten werden.

Nach Begutachtung mehrerer Objekte zeigte sich die "Magnet Villa" in der Griffnerstraße 15 für eine Musikschule bestens geeignet. Zentral gelegen, wenig angrenzende Wohnhäuser, drei Etagen, alte dicke Ziegelmauern, schwimmende Fußböden, sowie eine vom Flair her optimale Ausstrahlung - das Haus ist im Jugendstil erbaut, waren ausschlaggebend für den Ankauf, der am 9 Juli 1975 unter Bgm. ÖR. Hans Glantschnig und dem Finanzreferenten Hubert Wohlgemut im Gemeinderat beschlossen wurde.

Kurzfristig wurden 8 Räume provisorisch als Unterrichtsklassen ausgebaut, die auch bereits im Oktober 1977 bezogen werden konnten.

Ab dem Jahre 1985 wurden 245 Musikinteressierte von 14 Lehrkräften unterrichtet. Ein Vollausbau des Gebäudes musste in Erwägung gezogen werden.

1988 wurde Karl Schager jun. seit 1979 im Musikschulwerk in den Ortsmusikschulen Bleiburg und Eisenkappel als Violinlehrer tätig, seitens der Kärntner Landesregierung zum neuen Leiter bestellt. Schager hatte bis dahin bereits 12 Jahre Praxis als Orchestermusiker im Stadttheater Klagenfurt.

Unter seiner Leitung wurde im Jahre 1990 vom Gemeinderat unter Bürgermeister Valentin Blaschitz, der Kulturreferentin Maria Zelloth und dem Finanzreferenten Dr. Peter Aistleitner beschlossen, das Gebäude von Grund auf neu zu adaptieren und ausschließlich für einen Musikunterricht herzurichten. Dieses Vorhaben wurde in den  Jahren 1993 bis 1996 bei vollem Schulbetrieb realisiert. Im Oktober 1996 wurde das neugestaltete Musikschulgebäude vom Landeskulturreferenten Dr. Peter Ambroszy und Bgm. Valentin Blaschitz im Rahmen eines Festkonzertes, gestaltet von Solisten und dem Orchester der Musikschule, feierlich eröffnet.

1990 erhielt die Bezirksmusikschule Völkermarkt eine Einladung der Stadtmusikschule Budapest,in der Hauptstadt Ungarns ein Konzert zu geben. Das Konzert war für die rund 50 Schüler und Ihre Lehrkräfte ein großartiger Erfolg und die Erfahrung des Kulturaustausches für die Weiterentwicklung der Bezirksmusikschule Völkermarkt immens wertvoll. 1991 erfolgte die Gegeneinladung nach Völkermarkt.

Musikalisch hat sich die Musikschule Völkermarkt im letzten Dezenium bestens weiterentwickelt. Beim Landeswettbewerb der Musikschulen "Prima la musica" wurden von unseren Schülern immer wieder ausgezeichnete Erfolge erzielt. Corrina Ulver 1991 und Christian Herzog 1999 erreichten beim Bundeswettbewerb "Prima la musica" in Leoben die Finalausscheidung.

Vor allem das Angebot zum Erlernen von Volksmusikinstrumenten wurde von den Musikinteressierten bestens angenommen. Binnen kürzester Zeit bildeten sich etliche Volksmusikgruppen, die sowohl bei regionalen wie auch internationalen Volksmusikwettbewerben sehr erfolgreich abgeschnitten haben. Die "Jauntaler Streich" erspielte beim alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck 1996 das Prädikat ausgezeichnet. Die "Südkärntner Geigenmusik" das "Zitherensemble der Musikschule" erhielten bei diesem Wettbewerb das Prädikat sehr gut. Die Volksmusikgruppe "Jauntaler Streich" hatte bei den Fernsehsendungen "Seniorenclub" "Klingendes Österreich" "Mei liabste Weis" "Kärnten heute" "Land und Leute" "Fernsehfrühschoppen" oft die Gelegenheit die Schule, die Ausgangspunkt ihrer Laufbahn war zu vertreten.

Wichtigster Punkt einer fundierten musikalischen Ausbildung ist Vielseitigkeit. Deshalb wird an unserer Schule neben der Ausbildung auf den Instrumenten zusätzlich Ensemblespiel angeboten. Wir führen ein "Kiddy Orchester" als Orchestervorschule, ein Kammerorchester, das bei Konzerten auch von den Kollegen unterstützt wird und bereits bei Konzerte in St. Veit, Feldkirchen, Klagenfurt, sowie beim St. Pauler Kultursommer mitwirkte, eine Blasorchestervorschule, die sich Teeny Wind Band nennt, sowie eine Big Band.

Seit Oktober 2000 gibt es zwischen der Musikschule Völkermarkt und der Musikschule Zagorje in Slowenien einen regen Kulturaustausch mit gegenseitig organisierten Konzertveranstaltungen. Die Bezirksmusikschule Völkermarkt, zu der auch die Ortsmusikschulen in Bleiburg, Eberndorf, Bad Eisenkappel, Griffen, Stein im Jauntal und Ruden gehören, ist zusätzlich auch an einem EU Projekt zur Erhaltung des Unterkärntner Kulturgutes beteiligt.

Viele der Kollegen sind zusätzlich musikalisch tätig, sei es als Kapellmeister, Chorleiter oder als Mitglied eines Ensembles. Zu nennen wäre das "Carinthia Saxofonquartett",  die "Rieser Big Band", sowie "Jauntaler Streich" . Etliche ehemalige Schüler haben eine Berufsmusikerlaufbahn eingeschlagen und sind als musikalische Botschafter Völkermarkts in ganz Europa verstreut.

Der schönste Erfolg einer Schule ist es, wenn Schüler auch nach der Ausbildung kontakt zur Schule haben und immer wieder Schulveranstaltungen besuchen. Folgende angeführte Personen heute im musikpädagogischem Bereich tätig, begannen ihre musikalische Kariere an der Musikschule Völkermarkt und sind auch teilweise hier beschäftigt. Roswitha Krainer, Andrea Lackner, Hans Wurzer, Gerda Wurzer, Barbara Hofer, Dir. Karl Schager.